off topic: ideen fuer einen neuen Desktop

Patrick Cornelißen cornelis at p-c-software.de
Don Nov 2 09:06:13 GMT 2006


Lutz Mueller schrieb:

> Von manuellem Eintragen möchte ich ganz weg. Ich stelle mir das so vor, 
> dass ich irgendwo z.b. popup-menüs, radiobuttons oder Icons habe um 
> diese Kategorien einzustellen. Entweder im panel, auf dem Desktop oder 
> in dem ersatz der fileselektor Box. Die Kategorien werden natürlich 
> schon über die Tastatur angelegt, ähnlich wie jetzt die Ordner.
> 
> Wie man das anordnet und gestaltet, davon habe ich bisher nur grobe 
> vorstellungen:
> http://wkm.kunst.uni-wuppertal.de/wiki/index.php/Interface_Beispiel

Sorry, aber das wird dir nicht die Möglichkeit geben die du im
vorherigen Beispiel begannt hast (Elternrat, Brief an die Eltern)
Denn da kommen ständig neue Schüler Eltern dazu, die Klassen ändern
sich, etc. Da ist man dann nur noch mit den "Kategorien" beschäftigt.
Die Tags, aus deinem Interface Beispiel sind nicht praktikabel, wenn man
nicht beim Speichern eines neuen Objektes solche auch direkt neu anlegen
kann. Und je mach erwartetem Datenaufkommen muss sehr viele tags
vergeben, um die Datei unter 20.000 anderen Dateien noch zu finden, weil
bei 20 Tags hast du immer noch im Schnitt 1000 Elemente die zu jedem Tag
passen.

> Ich denke mir das so: erstelle ich ein Dokument/Datei wird sie den 
> aktuellen Kategorien zugordnet, bzw. kann das System in Zukunft andere 
> Zusammenhänge erkenne, weil ich die Adresse eines Arbeitskollegen 
> einfüge, werden die verwendet. Die kann/sollte ich natürlich ändern, 
> wenn das nicht zur Datei passt.

Nein, das System wird bestimmt keine Zusammenhänge erkennen. Das mag im
kleinen Fall funktionieren, aber wenn hinterher auf jeden Tastendruck
die ganze Datenbank (bei handelsüblichen Rechnern zwischen 80und 160GB)
durchsucht werden soll, dann gute Nacht.
Wissen abzuleiten und in dem Fall anzuwenden ist extrem aufwendig und
muss hier auch noch durch Ähnlichkeitsanalysen unterstützt werden. Das
kannst du knicken.

> Ich hab irgendwo gelesen, dass manche Dateisysteme erweiterte Metadaten 
> unterstützen. Das ist der idealfall. Statt Datum etc. stehen dort einige 
> etwas ausführlichere Information:
> http://wkm.kunst.uni-wuppertal.de/wiki/index.php/Metadaten
> Dann werden die Metadaten automatisch mitkopiert, wenn das Ziel auch 
> diese Metadaten unterstützt.
> Eine Brücke wären Hilfdateien wie beim netatalk das .AppleDouble
> Nautilus hat ja ein ähnliches Problem, icons verschwinden, wenn man eine 
> Datei per Shell verschiebt. Beim Mac bleiben die Farbwerte erhalten, 
> weil die Metadaten fest zur Datei gehören.

Das ist der Trade-Off wenn du die Daten in extra Dateien hast. Sind die
im Filesystem kann man sie auch per Shell cp transferieren, weil das
Dateisystem sie mit kopiert. Aber extra Dateien funktionieren nicht ohne
Unterstützung aller Tools, die auf sie Zugreifen. (Wobei diese über
FSLibraries allen zur Verfügung gestellt werden kann, sie muss dann nur
genutzt werden)
Wenn du die MetaDaten in die Dateien selber packst hast du eine Portable
Lösung, die auch die Transporte über alte oder nicht "Metadaten kennende
Dateisysteme" überleben. Dafür ist es erstmal nicht so performant.

> Stehen die Metadaten in der Datei, dann muss ja jede Applikation dieses 
> Format unterstützen. Es soll aber, anders als bei Fotos und mp3's, ein 
> Datei und Applikations unabhängiges System sein.

Natürlich. Wenn ein Programm ein PDF anzeigen will muss es das ja auch
unterstützen ;)
Solche Sachen lassen sich durch vor oder nachgelagerte Datenblöcke
lösen. Wie das bei MP3 mit den neuen ID Tags ist. Die sind nachgelagert,
im gegensatz zu den Längenbeschränkten ID Tags aus dem MP3 Anfangstagen,
die vorne liegen.

> Das Dateisystem kann ja diese Metadaten intern in einer DB ähnlichen 
> Struktur cachen. Wären Sie in den Dateien müssten alle Dateien erst mal 
> geöffnet werden.

Klar, sowas sollte vom Filesystem konsistent gehalten werden.

> Dann hast du aber weder Ordnerstruktur, woher willst du aus der DB den 
> Ordner nehmen, noch eine DB Struktur. Alle Dateien sind im gleichen Ordner?

Du willst also auf einen Schlag die ganze Welt konvertieren, daß sie das
neue Filesystem einsetzt? Viel Spaß.


> Das klingt sehr kompliziert. Es gibt ja keine DB unäbhängiges 
> Dateiformat. Der Systemtreiber versagt dann bei der nächsten Version von 
> Windows

Das Format wäre nicht kompatibel mit Windows, weil MS nie im leben
kompatibel auf so einen Zug aufspringen würde. Wenn dann lassen die ein
inkompatibles WinFS neu aufleben.
Das DB File was ich gemeint habe wäre dann ein offenes File basiertes
Format wie BerkleyDB oder so.

> Eine relationale Datenbank lebt von den relationen und seiner 
> konsistenz. Verschwindet ein Eintrag (eben eine Datei) ist sie womöglich 
> inkonsistenz. Genauso, wenn man nur die Datei nimmt. Die Datenbank weiss 
> auch nicht welche Daten von welchen abhängen. Man muss also alle dazu 
> gehörigen Infos mit kopieren und erhält ettliche Redundanzen.
> 
> Bei der OO-DB hat man zumindest die Zuordnung was zu einem Objekt gehört.

Quatsch. Die Relationen in der Datenbank werden wenn dann vom Filesystem
oder dem DBMS selber auf Konsistenz hin überwacht. Das Löschen wäre
nicht einfach das löschen einer Zeile in einer Tabelle, sondern eine
Aktion, die auch testet, ob das ganze erlaubt ist, oder ob dadurch
"verlinkte" Informationen in anderen Tabellen "Waisen" sind. Moderne
DBMSe können das von sich aus.


-- 
Bye,
 Patrick Cornelissen, Dipl. Inf. in sp
 http://www.p-c-software.de
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